Für die Einbürgerung, die Niederlassungserlaubnis und die meisten Ausbildungen reicht ein B1-Zertifikat — und in Deutschland kommt es fast immer von telc oder vom Goethe-Institut. Beide sind gleich anerkannt. Trotzdem lohnt sich der Vergleich, weil sich Format und Bewertung unterscheiden und weil das Terminangebot darüber entscheidet, wie schnell du das Zertifikat in der Hand hast.
Der Schreibteil ist der Teil, in dem sich die beiden Prüfungen am deutlichsten unterscheiden.
Der Schreibteil im Vergleich
- Goethe-Zertifikat B1: Drei Aufgaben in 60 Minuten — eine informelle E-Mail oder ein Brief, ein Diskussionsbeitrag zu einer Meinungsfrage und eine kurze formelle Nachricht. Drei Textsorten, drei Register.
- telc Deutsch B1 (Zertifikat Deutsch): Eine Aufgabe in 30 Minuten — ein halbformeller oder formeller Brief zu einer Situation mit vier Leitpunkten, von denen mindestens drei behandelt werden müssen.
- Goethe verlangt mehr Textsorten und Tempo; telc verlangt einen längeren, sorgfältiger ausgearbeiteten Brief.
Bewertung und Bestehen
- Goethe: Die vier Module Lesen, Hören, Schreiben, Sprechen werden einzeln bestanden und können einzeln wiederholt werden. Wer nur im Schreiben scheitert, wiederholt nur das Schreiben.
- telc: Schriftliche Prüfung (Lesen, Sprachbausteine, Hören, Schreiben) und mündliche Prüfung werden getrennt bewertet; die schriftliche Prüfung zählt als Ganzes. Wer im Schreiben schwach ist, kann das durch Lesen und Hören ausgleichen — oder umgekehrt daran scheitern.
- Bei beiden liegt die Bestehensgrenze bei 60 Prozent.
Praktische Unterschiede
- Termine: telc-Prüfungen bieten Volkshochschulen und Sprachschulen fast überall und oft; Goethe-Termine sind seltener und früher ausgebucht.
- Kosten: In der Regel zwischen 150 und 250 Euro, telc meist etwas günstiger.
- Ergebnis: telc typischerweise nach vier bis sechs Wochen, Goethe oft schneller.
- Integrationskurs: Der Abschlusstest „Deutsch-Test für Zuwanderer" ist eine telc-Prüfung und ersetzt das B1-Zertifikat für Einbürgerung und Aufenthalt.
Welche passt zu dir
Wer beim Schreiben unsicher ist, aber Lesen und Hören gut beherrscht, hat bei telc bessere Chancen, weil die schriftliche Prüfung als Ganzes zählt. Wer in einem Bereich klar stark und in einem klar schwach ist, profitiert bei Goethe von der Modulwiederholung.
Wer schnell einen Termin braucht, landet meist bei telc. Wer das Zertifikat im Ausland oder für ein Studium außerhalb Deutschlands verwenden will, ist mit Goethe oft besser bedient, weil der Name international bekannter ist.
Für beide Formate mit SchreibCoach vorbereiten
- 1
Prüfungsformat wählen
Die App enthält Aufgaben im telc- und im Goethe-Format, mit den jeweiligen Zeit- und Wortvorgaben.
- 2
Textsorten trainieren
Formeller Brief, informelle E-Mail, Meinungsbeitrag — jede mit eigener Struktur und eigenen Redemitteln.
- 3
Unter Zeitdruck schreiben
Der Timer simuliert die 30 oder 60 Minuten der echten Prüfung.
- 4
Bewertung verstehen
Die Korrektur folgt den Kriterien der Prüfungsanbieter — Inhalt, Aufbau, Wortschatz, Grammatik.

Häufige Fragen
Akzeptiert die Einbürgerungsbehörde beide Zertifikate?
Ja. Für die Einbürgerung gilt ein B1-Zertifikat eines anerkannten Anbieters — telc, Goethe, der Deutsch-Test für Zuwanderer und einige weitere.
Kann ich bei telc nur den Schreibteil wiederholen?
Nein. Bei telc wird die schriftliche Prüfung als Ganzes wiederholt; nur die mündliche Prüfung ist getrennt. Modulweise Wiederholung gibt es beim Goethe-Zertifikat.