Listenhunde in Deutschland: welche Rassen wo gelten und was Halter nachweisen müssen

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Hundeführerschein: Prüfung

Sachkundeprüfung sicher bestehen

Deutschland hat kein einheitliches Hundegesetz. Ob ein Hund als „Listenhund" gilt, entscheidet das Bundesland — und damit auch, ob der Halter eine Erlaubnis, einen Wesenstest, einen Sachkundenachweis oder gar nichts braucht. Wer umzieht, kann mit demselben Hund in eine völlig andere Rechtslage geraten.

Die folgende Übersicht ist ein Ausgangspunkt, keine Rechtsauskunft: Rasselisten werden geändert, und Gemeinden setzen zusätzlich eigene Regeln.

Wo es keine Rasseliste gibt

Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen haben ihre Rasselisten abgeschafft und beurteilen Hunde nach Verhalten, nicht nach Herkunft. Niedersachsen verlangt stattdessen von allen Ersthundehaltern den Sachkundenachweis — den sogenannten Hundeführerschein.

Das ist die Entwicklung, in die sich viele Länder bewegen, aber bisher nicht die Mehrheit.

Die häufigsten Listenrassen

  • In fast allen Ländern mit Liste: Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier.
  • In vielen Ländern zusätzlich: Rottweiler, Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Tosa Inu, Mastiff-Rassen, Kangal, Kaukasischer Owtscharka.
  • Bayern unterscheidet Kategorie 1 (Gefährlichkeit unwiderlegbar vermutet) und Kategorie 2 (Wesenstest möglich).
  • Mischlinge aus Listenrassen werden meist wie die Rasse selbst behandelt.

Welche Auflagen folgen

  • Haltererlaubnis der Behörde, oft mit Führungszeugnis und Nachweis eines berechtigten Interesses.
  • Wesenstest des Hundes bei einem anerkannten Sachverständigen — bestanden hebt die Einstufung in vielen Ländern auf.
  • Sachkundenachweis des Halters.
  • Leinen- und Maulkorbpflicht in der Öffentlichkeit, mit Ausnahmen nach bestandenem Test.
  • Erhöhte Hundesteuer — in manchen Gemeinden das Fünf- bis Zehnfache des normalen Satzes.
  • Haftpflichtversicherung mit hoher Mindestdeckung.

Vor dem Umzug prüfen

  1. 1Die Rasseliste des Ziel-Bundeslands und die Hundeverordnung der Zielgemeinde lesen.
  2. 2Bestehende Bescheinigungen — Wesenstest, Sachkunde — auf Anerkennung prüfen; nicht jedes Land akzeptiert die eines anderen.
  3. 3Die Frist zur Anmeldung im neuen Wohnort einhalten, meist zwei bis vier Wochen.
  4. 4Bei Einreise aus dem Ausland: Für einige Rassen gilt ein Einfuhrverbot, das unabhängig vom Bundesland greift.

Sachkunde für Listenhund-Halter mit der App

  1. 1

    Bundesland wählen

    Die Fragen unterscheiden sich je nach Land — die App zeigt die für dich relevanten.

  2. 2

    Rechtsteil gezielt üben

    Leinenpflicht, Maulkorbpflicht, Erlaubnispflichten: Genau dieser Teil wird bei Listenhund-Haltern besonders geprüft.

  3. 3

    Körpersprache lernen

    Die Kapitel zu Beschwichtigungs- und Drohsignalen bereiten auf die praktische Beurteilung vor.

  4. 4

    Prüfung simulieren

    Mehrere bestandene Simulationen in Folge, bevor du dich anmeldest.

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Häufige Fragen

Hebt ein bestandener Wesenstest alle Auflagen auf?

Je nach Bundesland entfallen Leinen- und Maulkorbpflicht oder die Einstufung als gefährlich ganz. Erhöhte Hundesteuer bleibt in manchen Gemeinden trotzdem bestehen.

Gilt mein Sachkundenachweis auch in einem anderen Bundesland?

Nicht automatisch. Einige Länder erkennen Nachweise anderer Länder an, andere verlangen eine eigene Prüfung. Vor dem Umzug bei der Zielbehörde nachfragen.

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